Hülsenfrüchte 2026: Anbaufläche wächst erneut auf 326.000 Hektar

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Erbsen, Ackerbohnen, Sojabohnen und Lupinen wuchsen 2026 in Deutschland auf rund 326.000 Hektar – ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus dem Erntebericht 2026 hervor, den Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer Anfang September in Berlin vorgestellt hat. Nach Angaben der BMEL-Statistik entspricht die Anbaufläche der Hülsenfrüchte zur Körnergewinnung damit etwa 2,8 Prozent der gesamten Ackerfläche des Landes. Zählt man Leguminosen zur Ganzpflanzenernte hinzu, kommen Hülsenfrüchte auf rund 6,3 Prozent des Ackerlands.

Stickstoff aus der Luft statt aus dem Sack

Das Interesse der Betriebe an Leguminosen hat nach Einschätzung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) auch agronomische Gründe. Hülsenfrüchte gehen an ihren Wurzeln eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein, die Stickstoff aus der Luft binden und für die Pflanze verfügbar machen. Nach der Ernte bleiben nach BMEL-Angaben zwischen 30 und 70 Kilogramm Stickstoff pro Hektar im Boden. Davon kann die Folgekultur zehren, der Bedarf an industriell hergestelltem Stickstoffdünger sinkt – in einem Jahr, in dem die Düngemittelmärkte laut Erntebericht durch weltweite Verwerfungen geprägt waren, ein gewichtiges Argument.

Seit 2012 fördert das BMLEH Anbau und Verwertung von Leguminosen über die Eiweißpflanzenstrategie. Ziel ist laut Ministerium eine stärkere regionale Proteinversorgung und eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit. Die BLE weist darauf hin, dass der Anbauumfang von Leguminosen seit 2014 wieder zunimmt. Zusätzlich lassen sich Maßnahmen über das Förderprogramm für nachhaltige Anbausysteme mit Leguminosen unterstützen, das über die Förderdatenbank des Bundes ausgeschrieben ist.

Erntemengen auf hohem Niveau, regional schwierige Bedingungen

Bei den Erntemengen lagen die jüngsten verfügbaren Zahlen des Statistischen Bundesamts, über die die BMEL-Statistik berichtet, auf hohem Niveau: 443.000 Tonnen Erbsen wurden 2025 geerntet – mehr als doppelt so viel wie vor zehn Jahren und deutlich über dem bisherigen Rekord von 323.000 Tonnen aus dem Jahr 2022. Bei den Ackerbohnen waren es 227.400 Tonnen, 16.700 Tonnen weniger als 2024, jedoch fast doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Die Sojabohnenernte 2025 belief sich auf 130.800 Tonnen, dreimal so viel wie 2016.

Wie die Erntemengen 2026 letztlich ausfallen, hängt dem Erntebericht zufolge vom weiteren Witterungsverlauf ab. Das Jahr war von einem besonders trockenen Frühjahr und wiederholten Hitzewellen geprägt; die Ernte begann früher als üblich und verlief vielerorts unter Zeitdruck. Hülsenfrüchte galten in diesem Zusammenhang als vergleichsweise robuste Kulturen, während bei Getreide (-7,3 Prozent) und Raps (-11,5 Prozent) deutliche Rückgänge gemeldet wurden.

Bedeutung für Futter und Ernährung

Wegen ihres hohen Eiweißgehalts gelten Leguminosen der BMEL-Statistik zufolge als wichtiges Futtermittel für Rinder, Schweine und Geflügel. Hülsenfrüchte zur Ganzpflanzenernte wuchsen 2026 auf 401.100 Hektar; die Erntemenge lag 2025 bei 2,8 Millionen Tonnen. Parallel gewinnen Erbsen, Lupinen und Ackerbohnen als Zutat für Lebensmittel an Bedeutung, etwa als Basis pflanzlicher Proteinprodukte – ein Markt, auf den die Eiweißpflanzenstrategie des Bundes ebenfalls abzielt.

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