Winterraps 2026/27: Anbaufläche wächst – Rapserdfloh bleibt Risikofaktor

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Der Winterrapsanbau in Deutschland ist zur Ernte 2026 ausgedehnt worden. Nach Schätzungen der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) liegt die Aussaatfläche bundesweit zwischen 1,10 und 1,15 Millionen Hektar – bis zu 60.000 Hektar mehr als die Erntefläche 2025. Die Entscheidung vieler Landwirte für Raps folgt auf gute Erträge im Vorjahr und weitgehend günstige Witterungsbedingungen Ende August und Anfang September 2025.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) bestätigt den Trend in seiner Anbauschätzung für das Erntejahr 2026: Demnach wird Winterraps auf 1,14 Millionen Hektar angebaut, ein Plus von 53.500 Hektar oder 4,9 Prozent gegenüber 2025. Raps bleibt damit die wichtigste Ölfrucht in Deutschland und stabil oberhalb der Marke von einer Million Hektar.

Anbauentscheidung und Witterung

Die UFOP führt die Flächenausweitung auf mehrere Faktoren zurück. „Gute Erträge dürften die Landwirte bewogen haben, ihre Anbauplanung auszuweiten“, heißt es in der Pressemitteilung des Verbands. Hinzu kam, dass die Bedingungen zur Aussaat Ende August und Anfang September größtenteils gut waren. Nach Einsetzen des Regens sind die Bestände in der Regel zeitnah und gut aufgelaufen.

Wüchsige Bedingungen führten bei früh gesäten Beständen zu einer üppigen Biomasseentwicklung, so dass Wachstumsregler-Behandlungen zur Einkürzung notwendig wurden. Die Witterung der vergangenen Wochen habe es schwächeren Beständen ermöglicht, den Entwicklungsrückstand weitgehend aufzuholen, so die UFOP weiter.

Der schon in den letzten Jahren vorhandene Trend zur Verringerung der Aussaatstärken durch die Zunahme von Einzelkornsaat geht laut Verband weiter. Bereits im Herbst gab es vereinzelt Umbrüche, bislang jedoch nur regional in geringem Umfang.

Rapserdfloh: Resistenzproblematik verschärft sich

Probleme bereitet der im Vergleich zum Vorjahr wieder deutlich stärker aufgetretene Rapserdfloh. Die Regulierung des Schädlings wird durch das Fortschreiten der Pyrethroidresistenz anspruchsvoller. Insbesondere die in verschiedenen Regionen Deutschlands zunehmend auftretenden „super knockdown resistances“ (skdr) erschweren die Bekämpfung massiv, warnt die UFOP.

Sobald alle Käfer beziehungsweise Larven einer Erdflohpopulation eine skdr-Mutation besitzen, werden die bisher als Standard eingesetzten Pyrethroide vollständig wirkungslos. Für die neue Wirkstoffklasse der Diamide hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Jahr 2025 erneute Gefahr-im-Verzug-Genehmigungen erteilt. Als Voraussetzung für einen breiten Einsatz bedarf es jedoch schnellstmöglich Grundzulassungen für diese Insektizide ohne Kreuzresistenz zu den Pyrethroiden.

Insgesamt steht der Winterraps aktuell meist in einem guten bis sehr guten Zustand im Feld, so dass in Bezug auf mögliche Auswinterungen keine größeren Befürchtungen bestehen. Im Hinblick auf vom Rapserdfloh stark befallene Bestände – sofern diese noch nicht umgebrochen sind – bleibt abzuwarten, wie sich diese nach dem Winter zeigen.

Ausblick auf die Ernte 2027

Für hohe bis sehr hohe Kornerträge – nicht nur bei Raps – bedarf es zur kommenden Ernte neben ausreichend großen Niederschlagsmengen in den nächsten Monaten sowie einer regelmäßigen Wasserversorgung bis zur Abreife auch einer intensiven Sonneneinstrahlung für eine hohe Photosyntheseleistung.

Die UFOP präsentiert seit mehr als 20 Jahren im Herbst die erste Prognose der Winterrapsaussaatfläche. Die Erhebung wird von Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft als Grundlage für Kalkulationen und Planungen genutzt. Die endgültigen Anbauzahlen für das Erntejahr 2026 werden Anfang August 2026 mit den vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung des Statistischen Bundesamtes vorliegen.

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